Unterricht am Puls der Zeit: Prof. Dr. Katharina Zweig spricht am Rittersberg über KI und Schule

Als Prof. Dr. Katharina Zweig ans Mikrofon in der gefüllten Turnhalle des Gymnasiums am Rittersberg trat, wurde es still. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern kamen am Dienstagabend, um der renommierten und mehrfach ausgezeichneten Universitätsprofessorin der RPTU Kaiserslautern-Landau in eine kritische Auseinandersetzung mit Künstlicher Intelligenz zu folgen.

Den Abend eröffnete die Big Band des Gymnasiums, bevor Schulleiter Stefan Weber die KI-Expertin herzlich begrüßte. Schülerinnen und Schüler der MSS übernahmen anschließend die Moderation der Diskussionsrunde.

Was ist eigentlich KI und wie funktioniert sie? Wie wirkt sich KI auf Schule, Beruf und Gesellschaft aus? Und vor allem: Können Sprachmodelle Klausuren korrigieren oder Hausaufgaben erledigen? Zweig beantwortete alle Fragen ausführlich. Besonders beeindruckend war dabei die kritische Perspektive, die die Koordinatorin des Studienfachs Sozioinformatik insbesondere mit Blick auf Schule und Gesellschaft einnahm. Ökologische und ethische Aspekte – etwa das Rollenbild von Frauen in der KI-Entwicklung – sowie schulische Chancen und Grenzen stießen auf großes Interesse, was sich spätestens in der anschließenden Diskussion zeigte.

Katharina Zweig motivierte Schülerinnen und Schüler dazu, sich aktiv für einen verantwortungsvollen, demokratischen Umgang mit KI-Systemen einzusetzen, ohne dabei die kritische Beurteilungsfähigkeit zu verlieren. Mit ihrem Konzept der „dicken Regeln“ – gemeint sind tiefgreifende Kompetenzen aus Wissen, Erfahrung und moralischem Urteilsvermögen – machte sie deutlich, warum KI kein Ersatz für menschliches Denken sein kann. Berufe im Handwerk und im Lehrbereich sah Zweig wenig gefährdet, hob jedoch hervor, dass einfache Aufgaben durchaus durch intelligente Systeme ersetzt werden können. Als Mutter und durch den täglichen Umgang mit Studierenden brachte Katharina Zweig anschauliche, allgemein verständliche Beispiele in ihren 60-minütigen Vortrag – mal humorvoll, mal nachdenklich stimmend.

Den Abschluss bildeten ein gemeinsames Foto sowie ein geselliges Beisammensein bei Sekt und Snacks, bei dem Katharina Zweig noch für persönliche Gespräche zur Verfügung stand.

Der Vortrag hat gezeigt, wie wichtig es ist, KI nicht unkritisch zu nutzen, sondern sie als Werkzeug zu begreifen, das Wissen und Urteilsvermögen voraussetzt, nicht ersetzt. Dafür herzlichen Dank an Prof. Dr. Katharina Zweig.